Frau telefoniert und wirkt dabei sehr gestresst,
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Stress reduzieren: Was du sagst, fühlst du

Worte wirken – oft stärker, als wir denken. Sätze wie „Ich muss nur noch schnell …“ hören sich harmlos an, lösen im Körper aber echten Stress aus. Besonders Frauen in der Lebensmitte spüren oft, wie Sprache Druck erzeugt, ohne dass sie es bewusst merken. In diesem Artikel erfährst du, welche Wörter dein Gehirn in den Alarmmodus versetzen, wie du sie einfach und positiv umformulierst und warum das deine Stimmung sofort verändern kann. Deine Sprache ist ein wunderbares Mittel um Stress zu reduzieren.

„Ich muss nur noch schnell einkaufen gehen.“ Klingt harmlos? Ist es nicht. Wenn du diesen Satz noch nie gesagt hast: Herzlichen Glückwunsch. Für alle anderen – willkommen im Club! Zudem stellt sich die Frage: Ist der Einkauf tatsächlich schnell erledigt? Und vor allem: Was soll eigentlich dieses „muss“? Bist du und deine Familie am Verhungern? Oder zwingen dich maskierte Männer zum Einkaufen? Natürlich übertreibe ich – aber genau das macht auch dieses kleine Wort „muss“ mit uns: Es übertreibt innerlich den Druck.

Als Journalistin weiß ich: Worte können Waffen sein – gegen andere, aber auch gegen uns selbst.

Deine Sprache hat Einfluss auf dein Gehirn - und damit auf die Entscheidungen, die du triffst.
Die Sprache hat Einfluss auf dein Gehirn – und damit auf die Entscheidungen, die du triffst. Zudem kann deine Sprache, die richtige Wortwahl, Stress reduzieren. Foto: Canva

Eine kleine Reise in die Welt der Grammatik

Um die Sache zu verdeutlichen, unternehme ich mit dir einen kleinen Ausflug in die Welt der Grammatik. Keine Angst, der Exkurs ist kurz. Das Wort „muss“ ist ein sogenanntes Modalverb – es verändert die Bedeutung des eigentlichen Verbs. In unserem Beispielsatz also: einkaufen.

„Müssen“ drückt eine Pflicht, Zwang oder Notwendigkeit aus. Und genau das setzt unser Nervensystem unter Druck. Unser limbisches System, der emotionale Teil unseres Gehirns, reagiert auf solch eine Sprache blitzschnell: Es schüttet das Stresshormon Cortisol aus. Was ist die Folge? Ein innerer Alarmzustand:

  • Muskelanspannung
  • flache Atmung
  • schlechtere Konzentration
  • das Gefühl, getrieben zu sein

Doch es kommt noch dicker: In dem harmlos klingenden Satz „Ich muss nur noch schnell einkaufen gehen“ stecken gleich drei Stresswörter:

  • „Muss“ – erzeugt – wie eben erklärt – Zwang und Druck
  • „Nur“ – wertet die Tätigkeit ab
  • „Schnell“ – setzt zusätzlich unter Zeitdruck

Unser Gehirn nimmt diesen Satz als Bedrohung wahr – obwohl wir in Wahrheit nur zum Supermarkt fahren wollen.

Sprache als Schlüssel zu mehr Gelassenheit

Die gute Nachricht: Es geht auch anders: Statt „Ich muss nur noch schnell einkaufen gehen“ könntest du sagen: „Ich möchte noch einkaufen gehen, damit ich morgen alles im Haus habe.“ Gleicher Inhalt – aber viel freundlicher zu deinem Nervensystem. Warum? Weil das Wort „möchte“ freiwillig klingt, motivierend wirkt und dein Gefühl von Selbstbestimmung stärkt.

Die schlimmsten Stresswörter und wie du sie entschärfst, von schnell bis alles.
Tipp für den Alltag: Bitte eine Freundin oder dein Umfeld, dich darauf hinzuweisen, wenn du in Stresswort-Muster fällst. Oft merken wir es selbst gar nicht – aber die Wirkung spüren wir deutlich. Grafik: K. Caspers

Von der „blöden Hausarbeit“ zur liebevollen Sprache

So gibt es eine ganze Menge Formulierungen, die uns das Leben unnötig schwer machen, weil sie mit negativen Gefühlen und Körperreaktionen einhergehen. Manchmal schleichen sich auch abwertende Adjektive in unseren Sprachschatz ein. „Die ,blöde’ Hausarbeit“ etwa oder „der nervige Arztbesuch“.

Solche Adjektive sind wie kleine Nadelstiche. Dabei sind sie oft unnötig – und selbstabwertend. Denn: Der Arztbesuch schützt deine Gesundheit. Die Hausarbeit schafft ein schönes Zuhause. Warum sagst du nicht lieber:
„Ich erledige heute ein bisschen Hausarbeit, damit ich mich wohlfühle.“
„Der Arztbesuch hilft mir, gut auf mich zu achten.“

Mit nur wenigen Worten änderst du deine Haltung – und das spürst du sofort. Durch Sprache reduzierst du Stress und fühlst dich besser.

Fazit: Sprache verändert dein Erleben

Besonders für uns Frauen in der Lebensmitte ist es wichtig, wieder die eigene Sprache bewusst zu gestalten. Denn unsere Worte formen unser Denken, unser Fühlen – und unsere Entscheidungen.

Wenn du dir also das nächste Mal denkst: „Ich muss nur noch schnell …“ halte kurz inne – und frage dich: Will ich das gerade wirklich? Oder sage ich es nur so? Erlaube dir, deine Sprache liebevoller, freier und selbstbestimmter zu wählen. Dein Körper, dein Geist und dein Alltag werden es dir danken.

Du möchtest mehr über stressfreie Sprache und mentale Entlastung in der Lebensmitte erfahren? Dann buche dir ein kostenloses Kennenlerngespräch. Denn manchmal reicht schon ein anderes Wort, um alles zu verändern.

Mach es dir schön!
Deine Karina

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